INFESTUS - Chroniken des Ablebens
Taste-of-Black.ch
Mit schöner Regelmässigkeit gibt das Zweigespann Infestus aus Deutschland Lebenszeichen von sich, mit steter Kontinuität, einer klaren Handschrift, einer klaren Absicht und einer klaren, sich stetig im Kontext entwickelnden musikalischen Gesichtsform. Das herrlich morbide Frontcover unterstützt den Titel des Werkes mehr als passend, wenngleich ich Infestus nicht vorschnell in der Suicidal Black Metal-Ecke platzieren würde. Gehen doch die Bayern ziemlich forsch und meistens voller inbrünstigem Hass zur Sache, die abgrundtiefe, zuweilen schwermütige Monotonie des oben erwähnten Genres kommt nur selten zum Vorschein. Dafür zeigen Songs wie der treibende Opener "Entering The Eternal Oblivion" oder "Manifesto Individae" (mit entfesseltem, emotionalem Geschrei im Mittelteil und einem diffusen, halligen, semi-akustischen Abschnitt gegen Ende hin) die Qualitäten und Vorzüge der Band, die darin bestehen, eigentlich bekannten Elementen der schwarzmetallischen Tonkunst mit Hingabe neue Kraft zu verleihen, eine Hymne wie "Entfesselt - Der Todestrieb" spricht eigentlich für sich selbst; die unterschwelligen, monotonen "Harmonien" legen das Fundament der Musik.
Die bereits im Albumtitel implizierte Todessehnsucht zieht sich in Form einer morbiden, düster-finalistischen Atmosphäre durch die gesamte Spielzeit und kann angesichts der guten Aufnahmequalität ihre volle Wirkung entfalten. Kalt, klamm und lebensverneinend sind die Attribute, welche die Musik Infestus' am treffendsten beschreiben. Den grössten Hörgenuss bereite einem "Chroniken es Ablebens" übrigens bei grauem Mieswetter draussen, gedämpftem Licht drinnen und einem edlen roten Tropfen.
8.5/ 10