INFESTUS - Chroniken des Ablebens
Metalblaze.at


Lang ists her, seit ich das letzte Mal Zeit hatte, mir bewusst eine CD anzuhören – man vertreibt sich zwar immer mal wieder die Zeit mit Klassikern, aber für Neues hat man wenig Nerv – versteh ich gar nicht, wenn ich mir das Schaffenswerk der zwei Herren von Infestus so anhöre! So sollte es klingen, wenn junge Bands neue Alben raus bringen und dabei solide (klassisch) klingen wollen.

Geboten wird auf „Chroniken des Ablebens“ düsterer, rasanter Black Metal. Die Stimmung ist kalt und dunkel, Gesanglich erinnert mich Dagon zum Teil ein klein Wenig an die glorreichen Zeiten von Nagelfar. Der Hall, der als Effekt über allem thront (speziell über dem Gesang) verstärkt die düstere Grundstimmung, die „Chroniken des Ablebens“ verbreitet. Das musikalische Programm wird von Bandmitglied Andras im Alleingang bestritten – und das macht er gut. Sowohl Gitarre, als auch Schlagzeug überzeugen an Professionalität und brauchen Vergleiche mit großen Bands weder in Sachen Sound noch in Punkto Können nicht scheuen. Die melodischen Einflüsse heben sich insgesamt gut hervor, ohne dabei aufdringlich zu werden, die schnell gespielten Parts wirken sehr solide. Trotz alledem fehlt bei „Chroniken des Ablebens“ irgendwie der „belebende“ Funken. Ob die Schuld daran im Titel zu suchen ist, wage ich zu bezweifeln – wenngleich Infestus an nicht wenigen Stellen dieses Albums das Genick zum mitschunkeln anregen und sich im Laufe des Hörens die aufgebaute Stimmung gut umsetzt, will das Album einfach nicht vollends begeistern – zumindest mich nicht.

Infestus – Chroniken des Ablebens. Prinzipiell keine CD, die man meiden sollte wenn man qualitativen Black Metal zu schätzen weiß. Ob sich das Ganze allerdings vom Einheitsbrei, der einem von all den bestehenden Bands geboten wird, abhebt, muss jeder für sich entscheiden. Ich hab die Scheibe sicher nicht das letzte Mal rotieren lassen, aber all zu oft wird sie den Weg in die Anlage wohl trotzdem nicht mehr finden.